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Wandersalon

D I E  V E R A N S T A L T U N G S R E I H E  Z U M  R U H R  D I N G

Der Wandersalon findet in unregelmäßigen Abständen an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet statt. Urbane Künste Ruhr lädt – teilweise gemeinsam mit lokalen Partner*innen – Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Theoretiker*innen und andere Expert*innen ein, deren Poesie, Ideen und kritische Überlegungen sich für eine öffentliche Diskussion eignen. Thematisch beschäftigt sich der Wandersalon in diesem Jahr auf unterschiedliche Weise mit dem Verhältnis von Identität und Territorien und bereitet auf das größere Ausstellungsprojekt Ruhr Ding vor, das Urbane Künste Ruhr im Frühjahr 2019 im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets realisiert. Das Ruhr Ding findet im Frühjahr 2019 statt. Rund 15 bis 20 Einzelprojekte in Form von Skulpturen, Installationen oder Langzeitperformances im Stadtraum und auf öffentlichen Plätzen oder im halb-öffentlichen privatwirtschaftlichen Bereich werden vom 3. Mai bis 30. Juni 2019 das Revier beleben.

EINTRITT FREI

T E R M I N E

18. OKTOBER 2018, 18 Uhr

Nur noch Rand, keine Mitte?

Ein Gespräch über Extremismen in Deutschland

Diskussion + Lesung

 

Was bedeutet es heute überhaupt, in einem sich scheinbar auflösenden politischen Koordinatensystems „links“ zu sein? Was heißt „rechts“ zu sein? „Rechte“ nutzen libertäre Strategien von Gegenöffentlichkeit, Gegenkultur und Situationismus, „Linke“ diskutieren Begriffe wie „Heimat“ und versuchen, sich an den laufenden Diskurs anzupassen. Ebenso entstehen neue Allianzen, die sich früher qua Ideologie ausgeschlossen haben. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen und geteilten Problemstellungen in West- und Ostdeutschland interessiert uns dabei genauso wie spezifisch lokale Erfahrungen. In Impulsvorträgen, einer Diskussionsrunde und einer Lesung wollen wir uns in Kooperation mit Interkultur Ruhr dem Themenkomplex nähern und das Publikum zum Dialog auffordern.

Mit Pascal Richmann, Autor (Über Deutschland, über alles), Thomas Wagner, Wissenschaftler und Publizist (Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten), Prof. Dr. Sabrina Zajak, Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum.
Moderation: Prasanna Oommen

In Kooperation mit Interkultur Ruhr.

Ort: Zentralbibliothek Duisburg, Steinsche Gasse 26, 47051 Duisburg

 

8. NOVEMBER 2018, 19 UHR

Ivan Moudov

Künstlervortrag

 

Die zeitgenössische Kunst in Bulgarien hat es unglaublich schwer:  Es fehlen Strukturen, Förderung, Institutionen und der internationale Austausch. Um darauf aufmerksam zu machen, inszenierte der bulgarische Künstler Ivan Moudov 2005 pressewirksam die Eröffnung eines Museums für Zeitgenössische Kunst in Sofia. 200 interessierte Besucher*innen kamen angereist — vergeblich, denn das Museum existiert bis heute nicht. Mit seiner Aktion bewies Moudov jedoch gleichsam die Relevanz einer solchen Institution für Bulgarien. Viele von Moudovs Arbeiten beschäftigen sich mit den Strukturen der Kunstwelt, ihren Ein- und Ausschlussprinzipien und reflektieren das Machtverhältnis zwischen Kunst und Politik. Auch seine eigene Rolle als Handlungsreisender in Sachen Kunst macht Moudov immer wieder zum Thema und bedient sich dabei mit Taschenspielertricks an gängigen Vorurteilen gegenüber der bulgarischen Bevölkerung.

Ort: Konferenzraum im Flughafen Dortmund, Ankunft-Terminal, 2. Etage/ Galerie, Flughafen Ring 21, 44319 Dortmund
Anfahrt: Ein kostenloser Bus-Transfer startet am 8. November um 18 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof, Rückfahrt gegen 21 Uhr. Eine Anfahrt mit dem PKW kann über den Ankunftsterminal erfolgen, es bestehen kostenpflichtige Parkmöglichkeiten im Parkhaus 1.

 

13. DEZEMBER, 19 UHR

Neue Übergänge

Diskussion + Filmscreening

 

Das Theater ist ein Ort des Übergangs. Das bringt die Bühnensituation, die sich durch ein ständiges Auftreten und Abgehen konstituiert, bereits mit sich. Ist das der Grund dafür, dass sich das Theater für eine Verhandlung des Themas Flucht besonders eignet? Darüber schreibt Jörn Etzold in dem Band Flucht, der als Teil der Reihe Kleiner Stimmungsatlas in Einzelbänden im Textem Verlag erschienen ist. Adnan Softić, selbst vor Jahrzehnten aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland geflüchtet, beschäftigt sich in seiner Arbeit mit einer anderen Form des Übergangs: In seinem Buch A Better History und seinem Film Bigger Than Life setzt er sich mit dem Umbau der Innenstadt der mazedonischen Hauptstadt Skopje auseinander. In kitschig-historisierendem Zuckerbäckerstil wird diese seit 2014 zu einem Ort umgestaltet, der die nationale Geschichte des südost-europäischen Landes neu schreibt.

Gemeinsam mit Maud Meyzaud diskutieren beide das Moment des Übergangs und der Inszenierung in der Kunst im Zusammenhang mit nationaler Identität und Territorien. Außerdem besteht an diesem Abend die Möglichkeit, Softićs Film Bigger Than Life (Deutschland/Italien/Mazedonien 2018) zu sehen. Der Wandersalon entstand in Zusammenarbeit mit Nora Sdun (Textem Verlag) und dem atelier automatique.

Mit Dr. Maud Meyzaud, Literaturwissenschaftlerin, Adnan Softić, Künstler, Prof. Dr. Jörn Etzold, Theaterwissenschaftler.

In Kooperation mit dem Textem Verlag und atelier automatique.

Ort: atelier automatique, Rottstraße 14, 44793 Bochum