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Wandersalon

D I E  V E R A N S T A L T U N G S R E I H E  Z U M  R U H R  D I N G

Der Wandersalon findet in unregelmäßigen Abständen an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet statt. Urbane Künste Ruhr lädt – teilweise gemeinsam mit lokalen Institutionen – Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und andere Expert*innen ein, deren Poesie, Ideen und kritische Überlegungen sich für eine öffentliche Diskussion eignen. Thematisch beschäftigt sich der Wandersalon seit März 2018 mit dem Verhältnis von Identität und Territorien. Er bereitet auf das Ausstellungsprojekt Ruhr Ding: Territorien vor, das Urbane Künste Ruhr 2019 im Ruhrgebiet realisiert. Vom 3. Mai bis 30. Juni werden rund 20 Projekte in Form von Skulpturen, Installationen, Ausstellungen und Langzeitperformances kostenlos in öffentlichen oder halb-öffentlichen Räumen gezeigt.

EINTRITT FREI

T E R M I N E

8. NOVEMBER 2018, 19 UHR

Ivan Moudov

Künstlervortrag

 

Viele Arbeiten von Ivan Moudov beschäftigen sich mit den Strukturen der Kunstwelt, ihren Ein- und Ausschlussprinzipien und reflektieren das Machtverhältnis zwischen Kunst und Politik. Insbesondere die Situation in seinem Heimatland Bulgarien macht Moudov immer wieder zum Thema, unter anderem behauptete er 2005 pressewirksam die Eröffnung eines Museums für Zeitgenössische Kunst (MUSIZ) in Sofia. Hunderte Interessierte kamen. Angesichts eines leeren Bahnhofgebäudes blieb ihnen jedoch nichts anderes übrig, als anstelle der Neueröffnung die Tatsache zu diskutieren, dass es kein solches Museum gab. Bis heute ist die zeitgenössische Kunstszene in Bulgarien extrem isoliert: Es fehlen Strukturen, Förderung, Institutionen und der internationale Austausch. Mit dem Flughafen Dortmund als Veranstaltungsort haben wir uns bewusst für einen Transit-Ort entschieden, der für die Arbeitsmigration im Ruhrgebiet eine große Rolle spielt, der aber gleichzeitig – utopisch gesehen – auch ein Ort des Austauschs sein könnte.

Ort: Konferenzraum im Flughafen Dortmund, Ankunft-Terminal, 2. Etage/ Galerie, Flughafen Ring 21, 44319 Dortmund
Anfahrt: Ein kostenloser Bus-Transfer startet am 8. November um 18 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof, Rückfahrt gegen 21 Uhr. Eine Anfahrt mit dem PKW kann über den Ankunftsterminal erfolgen, es bestehen kostenpflichtige Parkmöglichkeiten im Parkhaus 1.

 

13. DEZEMBER, 19 UHR

Neue Übergänge

Diskussion + Filmscreening

 

Das Theater ist ein Ort des Übergangs. Das bringt die Bühnensituation, die sich durch ein ständiges Auftreten und Abgehen konstituiert, bereits mit sich. Ist das der Grund dafür, dass sich das Theater für eine Verhandlung des Themas Flucht besonders eignet? Darüber schreibt Jörn Etzold in dem Band Flucht, der als Teil der Reihe Kleiner Stimmungsatlas in Einzelbänden im Textem Verlag erschienen ist. Adnan Softić, selbst vor Jahrzehnten aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland geflüchtet, beschäftigt sich in seiner Arbeit mit einer anderen Form des Übergangs: In seinem Buch A Better History und seinem Film Bigger Than Life setzt er sich mit dem Umbau der Innenstadt der mazedonischen Hauptstadt Skopje auseinander. In kitschig-historisierendem Zuckerbäckerstil wird diese seit 2014 zu einem Ort umgestaltet, der die nationale Geschichte des südost-europäischen Landes neu schreibt.

Gemeinsam mit Maud Meyzaud diskutieren beide das Moment des Übergangs und der Inszenierung in der Kunst im Zusammenhang mit nationaler Identität und Territorien. Außerdem besteht an diesem Abend die Möglichkeit, Softićs Film Bigger Than Life (Deutschland/Italien/Mazedonien 2018) zu sehen. Der Wandersalon entstand in Zusammenarbeit mit Nora Sdun (Textem Verlag) und dem atelier automatique.

Mit Dr. Maud Meyzaud, Literaturwissenschaftlerin, Adnan Softić, Künstler, Prof. Dr. Jörn Etzold, Theaterwissenschaftler.

In Kooperation mit dem Textem Verlag und atelier automatique.

Ort: atelier automatique, Rottstraße 14, 44793 Bochum